Drucken
Kategorie: Bibelarbeiten
Zugriffe: 13340

 

„Freut euch im Herrn allezeit! Wiederum will ich sagen: Freut euch! [...] der Herr ist nahe.“ (Phil 4,4-5) [1]

Was für eine Ermahnung. Wir sollen uns allezeit freuen! Ja, geht denn das? Erleben wir nicht oft genug Dinge oder hören von solchen, die alles andere als ein Grund zur Freude sind? Leider ja. Die Bibel tut auch nicht so, als kämen Christen ohne Not durchs Leben. Vielmehr lesen wir: „In der Welt habt ihr Bedrängnis“ (Joh 16,33), „denn auch als wir bei euch waren, sagten wir euch vorher, daß wir bedrängt sein würden, wie es auch geschehen ist und ihr wißt.“ (1.Thess 3,4). Paulus schrieb diesen Brief an die Philipper, der so viel von Freude handelt, sogar aus dem Gefängnis.[2]

Unsere äußeren Umstände geben uns also nicht immer Grund zur Freude, aber unser HERR. Deshalb lesen wir auch „freuet euch im HERRN allezeit“. Und Vers 5 erläutert dies noch weiter: „der HERR ist nahe“. Egal, wie bedrückt du dich gerade fühlst. Der HERR ist nahe!

Diese Zusage beinhaltet zwei Verheißungen. Der HERR ist nahe in dem Sinn, dass seine Wiederkunft nahe bevorsteht.[3] Die Entrückung der Gläubigen kann jeden Augenblick stattfinden. Dann lassen wir die schwierigen Umstände zurück und werden seine Herrlichkeit sehen.[4] Wir werden allezeit bei dem HERRN sein. Diese Hoffnung soll uns allezeit ermuntern.

1.Thess 4,16-18 Denn der Herr selbst wird beim Befehlsruf, bei der Stimme eines Erzengels und bei dem Schall der Posaune Gottes herabkommen vom Himmel, und die Toten in Christus werden zuerst auferstehen; danach werden wir, die Lebenden, die übrigbleiben, zugleich mit ihnen entrückt werden in Wolken dem Herrn entgegen in die Luft; und so werden wir allezeit beim Herrn sein. So ermuntert nun einander mit diesen Worten!

Aber für den Fall, dass der HERR noch nicht heute wiederkommt, beinhaltet Phil 4,5 noch eine andere Aussage: der HERR ist seinen Kindern auch auf der Erde nahe, solange diese Erde existiert. „Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis zur Vollendung des Zeitalters.“ (Mt 28,20). Christus Jesus, der seine Liebe zu uns am Kreuz gezeigt hat, sichert uns seinen Beistand zu. Keine Macht auf Erden oder im Himmel kann uns von Christus und seiner Liebe scheiden.[5]

Die Gewissheit der Liebe Christi und seines Beistandes in guten wie auch in schlechten Tagen sind ein beständiger Grund zur Freude. Gerade wenn wir keinen äußeren Grund zur Freude sehen, dürfen wir auf IHN blicken, in ihm die Herrlichkeit Gottes erkennen [6] und in ihm neue Kraft und Freude finden. Eine Freude, die nicht auf vergängliche Dinge gegründet ist, sondern ein festes Fundament hat: Jesus Christus.[7] Dieses Fundament hält auch den stärksten Stürmen stand![8] Freut euch im HERRN allezeit!

Fußnoten

[1] Alle Bibelstellen werden nach der Revidierten Elberfelder Bibelübersetzung zitiert. <zurück>
[2] Phil 1,12-13 Ich will aber, daß ihr wißt, Brüder, daß meine Umstände mehr zur Förderung des Evangeliums ausgeschlagen sind, so daß meine Fesseln in Christus im ganzen Prätorium und bei allen anderen offenbar geworden sind. <zurück>
[3] Offb 2,16; Offb 3,11; Offb 22,7; Offb 22,12; Offb 22,20: Ich komme bald! <zurück>
[4] Joh 17,24 Vater, ich will, daß die, welche du mir gegeben hast, auch bei mir seien, wo ich bin, damit sie meine Herrlichkeit schauen, die du mir gegeben hast, denn du hast mich geliebt vor Grundlegung der Welt. <zurück>
[5] Röm 8,35.38-39 Wer wird uns scheiden von der Liebe Christi? Bedrängnis oder Angst oder Verfolgung oder Hungersnot oder Blöße oder Gefahr oder Schwert? [...] Denn ich bin überzeugt, daß weder Tod noch Leben, weder Engel noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, noch Mächte, weder Höhe noch Tiefe, noch irgendein anderes Geschöpf uns wird scheiden können von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn. <zurück>
[6] 2.Kor 4,6-7 Denn Gott, der gesagt hat: Aus Finsternis wird Licht leuchten! er ist es, der in unseren Herzen aufgeleuchtet ist zum Lichtglanz der Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes im Angesicht Jesu Christi. Wir haben aber diesen Schatz in irdenen Gefäßen, damit das Übermaß der Kraft von Gott sei und nicht aus uns. <zurück>
[7] 1.Kor 3,11 [...] einen anderen Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus. <zurück>
[8] Mt 7,24-25 Jeder nun, der diese meine Worte hört und sie tut, den werde ich mit einem klugen Mann vergleichen, der sein Haus auf den Felsen baute; und der Platzregen fiel herab, und die Ströme kamen, und die Winde wehten und stürmten gegen jenes Haus; und es fiel nicht, denn es war auf den Felsen gegründet. <zurück>